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 Thema: Tagträume vielleichtIn diesem Thema sind folgende Beiträge:
verfasst von: Kadee am Montag, 14. April 2008, 00:34 Uhr
Tagträume
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Nadine
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verfasst von: tb0b am Sonntag, 01. Oktober 2006, 15:41 Uhr
Tagträume
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Ich saß in meiner bude rum und rauchte etliche zigaretten zu szeniger musik. Ich tat das, weil es mir zu dumm wurde mit dem nicht einschlafen können. Es war eine dieser nächte, in denen einem das gehirn eine spannende gute-nacht geschichte vormacht, die einem schnell auf die eier geht. Es war schon früher morgen, noch dunkel aber nicht mehr wirklich nacht. Ich war gar nicht mehr neidisch auf die anderen. Ich befand mich in meinem für mich berühmten zustand komischer nervösität. Ihr kennt das vielleicht. Wenn plötzlich nach einigen tagen des trinkens die nüchternheit einen einlullt und es einen fast erschlägt, weil die ganze scheiss verschwörung gegen einen noch immer kein ende hat, weil plötzlich der ganze kram um einen auftaut und alles irgendwie beschissen ist.
Ihr wisst schon... frauen, freunde, miete und was einem noch so auf den sack gehen kann. Obwohl es nicht so interessant ist, sage ich trotzdem, dass ich diesem zustand einen schicken namen gegeben habe. Ich nenne ihn hellen schlaf, weil ich dann an schnee denke, der einen richtig blenden kann, wenn er auf bergen liegt und man sieht an den bergen hoch, die um einen herum stehen, als könnte sie nichts wegbewegen. Und sie stehen da und lassen sich vollschneien. Und ich steh da und lass mich vollschneien. Wir haben also eine art unendschieden, die berge und ich.
Ich entscheide mich vor die tür zu gehen. Das ist eine entscheidung, die einem recht schnell kommen kann, wenn um einen herum in jedem haus eine kneipe ist und in einigen von denen sogar gute musik läuft. Draussen angekommen fällt mir auf, das selbst die nutten schon alleine im bett liegen, einige touristenstudenten singen schauderhaft irgendwelche maschinenmelodien, von irgendeinem anderen ort des verbrechens werden die lichter von polizeisirenen an die häuser in meiner strasse geworfen, ein alter mann tritt an mich heran.
Er sieht ziemlich verrückt aus. Auf seinem dreieckigen gesicht hält sich ein hut grade so fest, das es aussieht als würde er gleich herunterfallen. Er gibt mir sein bier, ich habe keine chance. Er trägt keine schuhe und irgendwie ist er einfach durch. Endlich fällt sein hut vom kopf, und während er sich danach bückt, rutscht ihm die hose zu weit runter. Man sieht seine kimme und die gammlige unterhose.
Ich gehe wieder in mein zimmer und rauche weiter und höre scheiss musik. Hauptsache laut, hauptsache halbschwarz. Dabei trink ich sein bier. Ich sehe kurz aus dem zimmer, aber ich kann ihn nicht entdecken. Wenn ich mich aber nach hinten aus dem fenster lehne, mich gut mit den beinen festhalte um mit dem rücken kopfüber an der hauswand zu baumeln während ich meinen kopf verkrampft nach links drehe, kann ich eine ecke des sonnenaufgangs sehen.
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verfasst von: Kadee am Mittwoch, 26. Juli 2006, 08:23 Uhr
Tagträume
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„So sehen die Tatsachen aus, und Tatsachen besagen nichts. Die Wahrheit ist, daß mein Wunsch so groß, so stark war, daß er Wirklichkeit wurde. In einem solchen Augenblick hat es nicht viel Bedeutung, was ein Mensch tut, nur das zählt, was er ist. In einem solchen Augenblick wird der Mensch zum Engel. Genau das geschah mit mir: Ich wurde ein Engel. Das Wertvolle an einem Engel ist nicht die Reinheit, sondern die Tatsache, daß er fliegen kann. Ein Engel kann überall und jeden Augenblick ausbrechen und seinen Himmel finden; er hat die Macht, ins Niedrigste hinabzusteigen und sich nach Belieben wieder daraus zu befreien, wenn er will. In der fraglichen Nacht begriff ich das ganz. Ich war rein, nicht menschlich, ich war losgelöst und hatte Schwingen. Die Vergangenheit war von mir genommen, und ich machte mir keine Sorgen um die Zukunft. Ich war jenseits aller Ekstase. Als ich mein Büro verließ, faltete ich meine Flügel zusammen und verbarg sie unter meinem Rock.“
(Henry Miller, Wendekreis des Steinbocks)
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